William Erwin Eisner war der große alte Mann, ein Pionier der amerikanischen Comics. Der Sohn jüdischer Einwanderer wurde am 6. März 1917 in New York geboren. Schon im Alter von 8 Jahren begann er zu zeichnen und tat es bis an sein Lebensende. Als Zeitungsjunge lernte er nicht nur die Straßen New Yorks kennen, sondern auch die klassischen Zeitungscomics dieser Zeit. Bereits 1933 wurde eine erste Zeichnung in der lokalen College-Zeitung veröffentlicht, erste Erfolge hatte er mit einer humoristischen Krimiserie namens Harry Karry und Flame, einer Piratenserie, beide für das Magazin Wow, What a Magazine entstanden. Dort traf er auf Samuel «Jerry» Iger, mit dem er ein Studio gründete, in dem u. a. Bob Kane und ein gewisser Jack Kurtzberg (alias Jack Kirby) arbeiteten. In dieser Zeit versorgte Eisner den gesamten englischsprachigen Markt mit Serien wie Sheena, Queen of the Jungle oder Hawk of the Sea. 1939 trennen sich Eisner und Iger, Will Eisner arbeitet für den Verlag Quality Comics als Texter, Zeichner und Chefredakteur. Serien wie Doll Man, Lady Luck und Black Hawk entstanden.

Von 1940 bis 1952 erschien seine Figur The Spirit (Gesamtausgabe bei Salleck Publications), eine der interessantesten und komplexesten Comic-Figuren überhaupt. Für diese Serie entwickelte er neue Erzähl- und Zeichentechniken, eng orientiert am Medium Film. Diese sollten ganze Generationen von Zeichnern und Textern beeinflussen.

1952 gründete er die American Visuals Corporation, die verschiedene Comics für die US Army produziert. Denn Will Eisner hatte klar erkannt, dass man mit Comics Wissen vermitteln kann. Ende der 1960er Jahre wurde Eisners Werk neu entdeckt. Ab 1978 entstanden Graphic Novels wie Ein Vertrag mit Gott, Life Force, Reise ins Herzen des Sturms, Dropsie Avenue, Big City Blues, The Building, Unsichtbare Menschen (in deutsch bei Carlsen), die erneut das Medium Comic revolutionierten. Seine Lehrbücher Mit Bildern erzählen und Graphisches Erzählen sind zwei Meisterwerke, die jedem Comic-Schaffenden zu empfehlen sind.

1988 wurde von den US-amerikanischen Verlagen der Eisner-Award ins Leben gerufen. Er ist der wichtigste und renommierteste Preis, den man heute als Comic-Künstler bekommen kann. 1994 erhielt Will Eisner auf dem Internationalen Comic-Salon in Erlangen den Max und Moritz-Preis für sein Lebenswerk, 1998 den in der Kategorie Beste Kinder- und Jugendpublikation für seine Adaptation von Moby Dick.

Bis ins hohe Alter hat sich Will Eisner seine unermüdliche Schaffenskraft bewahrt. Sein letztes Werk Das Komplott (dt. bei der DVA) konnte er noch kurz vor seinem Tod im Januar 2005 fertig stellen.

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